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Angriffspunkte gegen Fettleber bei Übergewicht entdeckt

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BERN - Starkes Übergewicht kann zu chronischer Leberverfettung führen. Forschende des Kinderspitals und der Universität Zürich haben nun Schlüsselfaktoren gefunden, die eine Fettleber auslösen. Sie könnten Angriffsziele für neue Therapien sein.

Starkes Übergewicht ist ein Gesundheitsrisiko, das in der Schweiz rund jeden zehnten Erwachsenen betrifft. Eine der möglichen Folgen ist eine chronische Leberverfettung, die zu Entzündungen und sogar Krebs führen kann. Die Fettleber gehört weltweit zu den häufigsten Lebererkrankungen.

Wie genau Übergewicht eine Fettleber auslöst, war allerdings bisher unklar. Forschende der Uni Zürich haben nun die Signalwege entschlüsselt, die diese beiden Phänomene verbinden, wie die Hochschule am Donnerstag mitteilte. Und zeigen damit mögliche Angriffspunkte für künftige Therapien.

"Schalter" für den Zelltod

Eine zentrale Rolle spielt demnach ein in allen Zellen vorkommender "Schalter" namens Fas, der den programmierten Zelltod auslöst, wenn sich Zellen fehlerhaft oder bösartig entwickeln. Wenn Fas jedoch niederschwellig aktiviert werde, führe das jedoch zu Zellvermehrung und Entzündungsreaktionen, schrieb die Uni Zürich.

In Studien mit Mäusen entdeckten die Forschenden um Daniel Konrad, dass Tiere, denen Fas in den Leberzellen fehlte, vor Leberverfettung (Steatose) weitgehend geschützt waren. Auch entwickelten sie eine geringere Insulinresistenz, die mit Diabetes zusammenhängt. "Umgekehrt führte in unserer Studie ein erhöhter Fas-Gehalt in der Leber auch bei normalem Körpergewicht zu einer Lebersteatose und zu einer entsprechenden Insulinresistenz", liess sich Konrad in der Mitteilung zitieren.

Weniger Fettverbrennung

In weiteren Analysen entdeckten die Forscher, wie Fas in den Leberzellen genau wirkt: Offenbar beeinträchtigt Fas über ein weiteres Protein namens "BID" die Kraftwerke der Zelle, die sogenannten Mitochondrien. Das führt dazu, dass die Mitochondrien nicht mehr so gut Fettsäuren verbrennen können, was eine Fettanreicherung in den Leberzellen fördert.

"Die nun bekannten Signalwege vom Fas und BID können als neues Angriffsziel für die Entwicklung von Medikamenten dienen, um die Leberverfettung bei Adipositas besser behandeln zu können", fasste Konrad zusammen. Die Ergebnisse stellten er und sein Team im Fachblatt "Nature Communications" vor.

Notiz:

Fachartikelnummer - DOI: 10.1038/s41467-017-00566-9


Quelle: SDA - 07.09.2017, Copyrights Bilder: Fotolia.com







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