Coronavirus - Sorgen vor wirtschaftlichen Folgen des Virus-Ausbruchs wachsen


GUANGZHOU / GENF - In China wachsen die Sorgen vor den wirtschaftlichen Folgen wegen der Epidemie durch das neuartige Coronavirus. Unternehmen gaben am Dienstag Stellenstreichungen bekannt, obwohl Chinas Präsident Xi Jinping erklärt hatte, Massenentlassungen sollten vermieden werden.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht in dem Virus indes eine "ernsthafte Bedrohung" für die Welt. Ein erster Impfstoff könnte in 18 Monaten verfügbar sein, "also müssen wir heute alles mit den uns verfügbaren Waffen machen", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Er sehe aber eine "realistische Chance", die weitere Ausbreitung des Virus zu bremsen. "Wenn wir jetzt investieren, haben wir eine realistische Chance, diesen Ausbruch zu stoppen", sagte Tedros.

Xi versicherte, China komme im Kampf gegen das Coronavirus voran. Sein Land werde den Kampf gegen das Virus gewinnen. Danach werde die Volksrepublik besser dastehen als zuvor, wurde er im staatlichen Fernsehen zitiert.


Spitzen bis Ende Februar

Auch ein führender chinesischer Wissenschaftler erklärte, die Epidemie könnte bis April überwunden werden. In der Volksrepublik sind nach Angaben der Behörden inzwischen mehr als 1000 Menschen an dem Virus gestorben. Die Zahl der festgestellten Infektionen in China stieg nach WHO-Angaben auf 42'708.

Der chinesische Mediziner Zhong Nanshan, der für seine Rolle bei der Bekämpfung der Sars-Epidemie 2003 international bekannt wurde, erwartet, dass die Spitze der Epidemie bis Mitte oder Ende Februar erreicht werden dürfte und bis April überschritten sein könnte. In einigen Provinzen verbessere sich die Lage bereits.

Einige der Massnahmen gegen die Ausbreitung der gefährlichen Lungenkrankheit seien zu weit gegangen, hätten Angst in der Bevölkerung ausgelöst und schadeten der Konjunktur, sagte Xi laut Teilnehmerkreisen bei einem Treffen des ständigen Ausschusses des Politbüros Anfang vergangener Woche. Er drang demnach darauf, von "restriktiveren Massnahmen" abzusehen.

Verheerende Auswirkungen

Insidern zufolge warnte Xi bereits in der vergangenen Woche vor den wirtschaftlichen Folgen der Bekämpfung des Virus. In China wurden mehrere Millionenmetropolen praktisch von der Aussenwelt abgeschottet. Fabriken und Schulen wurden geschlossen, Fluggesellschaften strichen Flüge in das Land.

Unternehmen hatten Mühe, zum Normalbetrieb zurückzukehren, nachdem die Behörden sie aufgefordert hatten, bis zu zehn zusätzliche freie Tage auf die Neujahrsfeiertage aufzuschlagen, die Ende Januar endeten. Hunderte chinesischer Firmen erklärten, sie benötigen Kredite, um sich über Wasser zu halten.

Dämpfer für Wachstum

Dem Nationalen Institut für Finanzen und Entwicklung zufolge könnte das Virus das chinesische Wirtschaftswachstum in diesem Jahr um bis zu einen Prozentpunkt dämpfen. Nach Einschätzung der Analysten der US-Bank JP Morgan hat der Ausbruch die Dynamik der chinesischen Wirtschaft "grundlegend verändert". Die Experten senkten ihre Prognosen für Chinas Wachstum in diesem Quartal.

Die Behörden erklärten, zusätzlich zu den bereits angekündigten Zinssenkungen und fiskalischen Anreizen weitere Massnahmen zur Stabilisierung der Arbeitsplätze zu planen. Der chinesische Medienkonzern Xinchai Media etwa will rund 500 Stellen streichen - etwas mehr als ein Zehntel seiner Belegschaft - um das eigene "Überleben zu sichern".

Die Restaurantkette Xibei sorgt sich um die Gehälter ihrer etwa 20'000 Mitarbeiter. Wenn sich das Virus weiter ausbreite, werde man "nicht viel länger durchhalten können".

Neuer Name

Wie WHO-Chef Tedros am Dienstag weiter mitteilte, trägt die neuartige Lungenerkrankung aus China nun offiziell den Namen "Covid-19". Dieser ersetze die bisherige Bezeichnung 2019-nCoV, . "Co" steht demnach für "Corona", "vi" für "Virus" und "d" für "disease" (Krankheit).

Die neue Bezeichnung Covid-19 sei ausgewählt worden, weil sie einfach auszusprechen sei und kein Land und keine bestimmte Bevölkerung stigmatisiere, sagte Tedros.

Zugleich erhielt auch das neue Coronavirus einen eigenen Namen: Sars-CoV-2. Der Namensgeber des Erregers, die Coronavirus-Studiengruppe des Internationalen Komitees zur Taxonomie von Viren (International Committee on Taxonomy of Viruses) bezieht sich mit dem Namen Sars-CoV-2 auf die sehr enge Verwandtschaft zum Sars-Virus Sars-CoV, an dem 2002/2003 Hunderte Menschen gestorben waren.

Die Viren sind Experten zufolge Varianten ein und derselben Virusart. Sieben Vertreter dieser Gruppe verursachen beim Menschen Atemwegserkrankungen. Von dreien - Sars-CoV-2 eingerechnet - ist bekannt, dass sie mitunter schwere Symptome auslösen.

Quelle: SDA / Keystone - 11.02.2020, Copyrights Bilder: © 2020 Pixabay

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