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"Schläfer"-Keime können Antibiotika-Resistenzen verbreiten

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ZÜRICH / BASEL - Forschende der ETH Zürich haben einen neuen Mechanismus entdeckt, wie sich Antibiotika-Resistenzen durch "Schläfer"-Bakterien ausbreiten. Laut ihrer Studie reiche es daher nicht, den Antibiotika-Gebrauch einzuschränken.

Antibiotika haben zahllose Leben gerettet. Doch weil Bakterien zunehmend unempfindlich gegen diese Medikamente werden, könnten bisher gut behandelbare Infektionen plötzlich wieder lebensbedrohlich werden. Forschende von der ETH Zürich und der Universität Basel um Médéric Diard und Wolf-Dietrich Hardt zeigen nun mit einer Studie, dass die bisherigen Strategien gegen die Verbreitung von Antibiotika-Resistenzen womöglich zu kurz greifen.

Bisher ging man davon aus, dass sich die Resistenzgene, die Bakterien immun machen, vor allem dort ausbreiten, wo Antibiotika zum Einsatz kommen. Nur wenn ein solches Bakteriengift vorhanden ist, haben die dagegen immunen Keime einen Vorteil gegenüber anderen. Im Fachblatt "Nature" beschreiben die Forschenden nun jedoch einen neuen, zusätzlichen Verbreitungsmechanismus, der unabhängig ist vom Einsatz von Antibiotika, wie die ETH am Donnerstag mitteilte. Für die Studie untersuchten die Wissenschaftler Salmonellen im Darm von Versuchsmäusen.

Unempfindlich durch "Winterschlaf"

Der Mechanismus beruht auf sogenannten "persistenten" Bakterien, die in einer Art Winterschlaf ihren Stoffwechsel auf ein Minimum drosseln. Dadurch sind sie unempfindlich gegenüber Antibiotika. Bei Salmonellen kommt es zu solchen "Schläfer"-Formen, wenn die Keime vom Darminneren ins Körpergewebe eindringen, schrieb die ETH. Dort können sie monatelang überdauern und in einem für sie günstigen Moment wieder aktiv werden.

Auch wenn die wieder erwachten "Schläfer" keine erneute Infektion verursachen, können sie Schaden anrichten, berichten die Wissenschaftler. Bei Salmonellen komme es nämlich häufig vor, dass die "Schläfer" zusätzlich auch noch Resistenzgene tragen. Diese können sie nach ihrem Erwachen sehr effizient weitergeben, sowohl an andere Salmonellen als auch an weitere Bakterienarten im Darm. Und dies, ohne dass Antibiotika vorhanden sein müssen.

Hygiene und Impfungen

"Antibiotika restriktiv einzusetzen ist zwar richtig und wichtig", liess sich Diard in der Mitteilung zitieren. Man sollte aber auch bei den resistenten Mikroorganismen selbst ansetzen und deren Verbreitung verhindern, zum Beispiel durch Hygienemassnahmen oder Impfungen.

Ihre Erkenntnisse aus Versuchen mit Mäusen wollen die Forschenden nun auch bei Nutztieren prüfen, die häufig unter Infektionen mit Salmonellen leiden. Ausserdem wollen sie der Frage nachgehen, ob sich die Verbreitung von Antibiotika-Resistenzen in Nutztier-Beständen durch Probiotika oder eine Impfung gegen Salmonelleninfektionen eindämmen lässt.

Notiz:

Fachartikellink: https://www.nature.com/articles/s41586-019-1521-8

Quelle: SDA / Keystone - 05.09.2019, Copyrights Bilder: Adobe Stock







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