Klinische Pharmazie


Die klinische Pharmazie ist eine Disziplin, welche sich mit der praktischen Anwendung des Medikamentes am Patienten befasst. Trotz dem Wort klinisch bedeutet das nicht, dass klinische Pharmazie ausschliesslich in der Klinik stattfindet, obwohl dort durchaus ein Schwerpunkt liegt. Klinische Pharmazie kann aber im weiteren Sinne als patientenorientierte Pharmazie verstanden werden und hat zum Ziel, die Arzneimittelanwendung auch bei Patienten ausserhalb eines Spitals zu optimieren.

Bis zur Applikation eines Medikamentes laufen zahlreiche Prozesse ab, die potentiell fehleranfällig sind. Das beginnt mit der Wahl des geeigneten Medikamentes und geht über die Berechnung der richtigen Dosis unter Berücksichtigung weiterer Grunderkrankungen des Patienten. Der verordnende Arzt muss auch noch in Betracht ziehen, ob noch andere Medikamente verabreicht werden, die möglicherweise zu unerwünschten Wechselwirkungen führen könnten.

Vor allem im Spitalbereich treten zudem weitere praktische Applikationsprobleme auf, wenn verschiedene Medikamente z.B. zusammen intravenös verabreicht werden oder wenn Tabletten wegen Schluckstörungen zermörsert werden müssen.

Bei all diesen Prozessen und Problemen der praktischen Medikamentenanwendung ist es das Ziel der klinischen Pharmazie, zusammen mit der Ärzteschaft und der Pflege Medikationsfehler zu antizipieren und zu minimieren. Die klinische Pharmazie ist primär eine Dienstleistung, welche die Arzneimittelsicherheit erhöhen und im besten Fall noch Kosten sparen soll.

 

Quelle: inhouse - Hausmagazin Biozentrum Pharmazentrum, Nummer 7, 12/09, S.3

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