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INTERVIEW MIT MAXIME MARQUIS, FRISCH DIPLOMIERTER APOTHEKER

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ARTIKEL FÜR FACHLEUTE   
Bereich: 
Pharmazeutik, Gesundheitswesen                               
Schlüsselwörter: Junge Pharmazeuten, berufliche Zukunft                         
Schwierigkeitsgrad des Artikels: leicht (unter 3 Graden: leicht, mittel und schwierig)

LAUSANNE - Pharmapro wendet sich diesen Monat an Maxime Marquis, frisch diplomierter Apotheker im Oktober 2016. Energie, Leidenschaft und Zukunftsvision sind mögliche Merkmale von M. Marquis. 

Pharmapro - Was gefällt Ihnen am Apothekerberuf?
Maxime Marquis - Apotheker ist ein abwechslungsreicher Beruf, der sowohl wissenschaftliche als auch menschliche Kompetenzen erfordert. Der Apotheker ist ein wichtiger Akteur im Gesundheitswesen, an der Schnittstelle zwischen Arzt und Patient. Er gewährleistet die Sicherheit des Patienten hinsichtlich seiner Behandlung und sichert seine Unterstützung. Der Apotheker muss daher unter Beweis stellen, dass er gut zuhören kann und zum Gedankenaustausch mit dem Patienten fähig ist, was eine starke Bereicherung darstellt.

Warum heute Pharmazeutik studieren?
Das Studium der pharmazeutischen Wissenschaften bietet eine ausgezeichnete wissenschaftliche Grundlage und mündet in einen spannenden Beruf und voller Möglichkeiten. Die abwechslungsreichen Disziplinen, die im Rahmen unseres Lehrplans an der Uni vertieft werden, platzieren den Apotheker an der Schnittstelle zwischen verschiedenen Berufen. Diese geistige Offenheit ermöglicht jedem, seinen eigenen Weg in den Beruf zu schaffen, was sehr anregend ist.

In welchem Bereich kann der Apotheker für die Gesellschaft nützlich sein? Anders formuliert, welchen Mehrwert stellt der Apotheker im Jahr 2017 dar?
Derzeit explodieren die Kosten im Gesundheitswesen. Der Apotheker muss daher in erster Linie die Kostenerhöhung für die Patienten begrenzen, indem er eine wirtschaftliche, sichere und rationelle Nutzung der Medikamente gewährleistet. Er bietet zudem viele Leistungen, die eine aktive Prävention ermöglichen. Diese stellt heute eine besondere Herausforderung dar.

Haben Sie einen Traum, einen beruflichen Ehrgeiz? 
Mein Traum wäre, dem Patienten eine umfassende pharmazeutische Betreuung zu gewährleisten, unter anderem durch eine elektronische Patientenakte (eHealth). Ein solcher Schritt würde uns eine vollständige und sichere Einschätzung jeder Medikamentenbehandlung ermöglichen. Einen Beitrag zur Sicherheit der Patienten zu liefern ist für mich ein sehr entscheidender Punkt. Deshalb möchte ich helfen, diesen Aspekt weiter zu verbessern.

Was können oder möchten Sie Ihrer Meinung nach dem Beruf geben?
Mein Wunsch ist, die Anerkennung der Leistungen des Offizinapothekers in der breiten Öffentlichkeit zu stärken. Tatsächlich sind viele Menschen über unsere Leistungen zu wenig orientiert oder sie profitieren nicht in vollem Umfang davon. Mehr als Hersteller und Anbieter von Medikamenten ist der Apotheker heute eigentlich ein Dienstleister.

Wie sehen Sie die Zukunft des Berufsstandes, z. B. im Bereich der Prävention chronischer Krankheiten, hat der Apotheker hier eine Rolle zu spielen?
Der Apotheker steht in der vordersten Reihe, um Prävention zu leisten. Nach den Infektionskrankheiten sind die chronischen Krankheiten heute die häufigsten und kostspieligsten für unser Gesundheitssystem. Leider werden derzeit wenige Mittel in die Prävention investiert. Wir müssen daher unsere Positionen in Zukunft neu überprüfen!

Welches ist Ihrer Meinung nach die grösste Herausforderung (Challenge) im Apothekerberuf?
Die Herausforderungen sind vielfältiger Natur. Es gilt, in erster Linie die Sicherheit der Patienten zu gewährleisten, indem die ordnungsgemässe Nutzung seiner Medikamente gesichert wird. Hinzu kommen die von uns gebotenen Leistungen, die von einwandfreier Qualität sein müssen. Zudem sind wir die am leichtesten zugänglichen Profis des Gesundheitssystems. Unser Diskurs mit der Öffentlichkeit muss kohärent sein und wir müssen ständig wachsam und kritisch hinsichtlich neuer Technologien oder wissenschaftlichem Fortschritt bleiben, um die Öffentlichkeit korrekt zu informieren.

Was tun, um die Beziehung und die Zusammenarbeit zwischen Apothekern, Ärzten und anderen Akteuren im Gesundheitssystem zu verbessern?
Die Qualitätszirkel Ärzte-Apotheker haben sich in den letzten Jahren bereits bewährt und die Optimierung der Arzneimittelverordnung durch multidisziplinären Konsens ermöglicht. Der Erwerb von klinischen Kompetenzen und der Zugang zu EDV-Patientenakten würde Ärzten und Apothekern einen Austausch auf der Grundlage der Patientenlaborwerte ermöglichen. Damit würden wir bei der Validierung der ärztlichen Verschreibung in der Apotheke über bessere Werkzeuge verfügen.

Wie kann man den anhaltenden Preisrückgang für verschreibungspflichtige Medikamente bekämpfen, der vom Bundesrat beschlossen wurde? Welche konkreten Mittel haben Apotheker und ihre Berufsverbände zur Verfügung?
Konfrontiert mit einem erheblichen Rückgang der Medikamenten-Marge wurde dank der LOA (leistungsorientierte Abgeltung) eine Vergütung der geistigen Leistungen des Apothekers eingeführt. Die Preissenkung für die Herstellung oder den Kauf von Medikamenten wird immer möglich sein. Die Einschränkung der medizinischen Beratung im Zusammenhang mit deren Abgabe durch eine medizinische Fachkraft ist jedoch viel schwieriger.

eHealth-Referenzenhttps://www.bag.admin.ch/bag/fr/home/themen/strategien-politik/nationale-gesundheitsstrategien/strategie-ehealth-schweiz.html (Internetseite konsultiert am 14.8.2017)

Durch Frau Van Nguyen (Apothekerin) im August 2017 per E-Mail durchgeführtes Interview.







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