Genfer Virologe erwartet keine grosse Hantavirus-Epidemie


GENF - Hantaviren können von Nagetieren auf Menschen übertragen werden und schwere Erkrankungen auslösen. Ein Genfer Virologe gibt jedoch Entwarnung: Eine grosse Epidemie sei nicht zu befürchten.

Hantaviren gibt es auch in der Schweiz. Wie die Genfer Universitätsspitäer (HUG) der Nachrichtenagentur Keysotone-SDA auf Anfrage mitteilten, sind die hiesigen Stämme aber nicht mit jenen aus Amerika zu vergleichen, die zuletzt bei einem Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff "Hondius" für Todesfälle sorgten.

Der Begriff Hantavirus bezeichnet eine ganze Gruppe von Viren. Diese Viren werden meistens von Nagetieren getragen, zum Beispiel von Ratten und Mäusen. Die in Europa, Asien und Afrika verbreiteten Hantaviren können ein sogenanntes hämorrhagisches Fieber auslösen, das die Nieden schädigt. Die Viren aus Amerika hingegen können eine schwere Atemwegserkrankung, das sogenannte kardiopulmonale Hantavirus-Syndrom, verursachen.


Grippeähnliche Symptome

Bei einem infizierten Schweizer, der zuvor auf der "Hondius" war, stellten die HUG den Hantavirus-Stamm Andes fest. Andes ist der einzige Stamm des Hantavirus, der von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.

Die Übertragung des Virus erfolge über die Luft, erfordere aber einen engen Kontakt, teilten HUG mit. Treten Symptome auf, beginne die Krankheit meist mit Fieber und grippeähnlichen Beschwerden wie Kopf-, Bauch- und Muskelschmerzen. Typisch für Hantaviren ist eine lange Inkubationszeit. Das bedeutet: Zwischen der Ansteckung und den ersten Symptomen vergeht relativ viel Zeit.

Geringe Gefahr einer Epidemie

Manuel Schibler, verantwortlicher Arzt am Labor für Virologie der HUG, schätzt das Risiko einer weitreichenden Epidemie als gering ein. Er verwies auf einen Ausbruch in Argentinien zwischen Ende 2018 und Anfang 2019. "Wir haben ein ziemlich aussagekräftiges Beispiel einer Epidemie [...], die zu 34 dokumentierten Fällen führte, darunter 11 Todesfälle." Man gehe davon aus, dass die Ausbreitung nicht über einige Dutzend Fälle hinausgehe.

Die Genfer Universitätsspitäler behandelten laut eigenen Angaben Ende 2019 bis Anfang 2020 eine Familie, die sich mit einem europäischen Hantavirus vom Typ "Puumala" infiziert hatte. Solche Viren könnten in der Schweiz vorkommen, seien aber sehr selten und würden normalerweise aus dem Ausland eingeschleppt.

Quelle: SDA / Keystone - 07.05.2026, Copyrights Bilder: Adobe Stock/© 2026 Pixabay

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