Wenn Fussballfans unter Schlafmangel leiden (Jetlag)
BERN - Für eingefleischte Fussballfans wird die Fussball-Weltmeisterschaft in Mexiko, Kanada und in den USA eine echte Herausforderung darstellen: 43 der 72 Gruppenspiele finden nach Mitternacht Schweizer Zeit statt. Wer diese Spiele verfolgen will, hat es mit einem gewichtigen Gegner zu tun: dem Schlafmangel.
Schlafmangel darf auf keinen Fall unterschätzt werden, warnt Dr. Elena Wenz, Chefarztin des Schlafzentrums am Inselspital in Bern. Die Warnung richtet sich insbesondere an Menschen, die arbeiten oder andere Verpflichtungen haben. Für diese Personen kann Schlafmangel schnell zum Problem werden, betont die Spezialistin im Gespräch mit der Agentur Keystone-SDA (in der französischen Fassung).
Bei vielen Erwachsenen ist es durchaus möglich, sich nach einer einzigen kurzen Nacht wieder zu erholen. Probleme treten auf, wenn sich die Nächte vor dem Fernseher häufen. «Viele Menschen verspüren dann starke Müdigkeit oder anhaltende Schläfrigkeit, die zu plötzlichem Einschlafen führen kann.» Andere fühlen sich leistungsschwächer, weniger klar im Kopf und treffen falsche Entscheidungen.
Wie dem auch sei, die Spiele der Schweizer Nationalmannschaft finden zu Zeiten statt, die für das Schweizer Publikum als akzeptabel gelten. Sie beginnen um 21:00 Uhr und enden gegen 23:00 Uhr. Ein gesunder Erwachsener ist durchaus in der Lage, damit umzugehen.
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Manche sind stärker betroffen als andere
Kinder und Jugendliche hingegen könnten Probleme bekommen, da sie mehr Schlaf benötigen. Bei ihnen kann Schlafmangel schnell zu Stimmungsschwankungen, einer verminderten Lernfähigkeit und nachlassender Aufmerksamkeit führen.
Auch andere Bevölkerungsgruppen können Schlafmangel schwerer kompensieren. Dazu gehören Menschen, die ohnehin schlecht schlafen, Schichtarbeiter im 3-Schicht-Betrieb, ältere Menschen, Schwangere sowie Menschen mit chronischen oder psychischen Erkrankungen.
Der Spielplan ist nicht der einzige Faktor. Nach dem Schlusspfiff ist der Körper noch immer überdreht. « Emotionen und Aufregung vertragen sich in der Regel nicht gut mit erholsamem Schlaf », bemerkt Elena Wenz.
Das Licht des Fernsehers, das des Handys sowie lebhafte Diskussionen nach dem Spiel können das Einschlafen ebenfalls erschweren. Auch Alkohol beeinträchtigt die Schlafqualität.
Der Jetlag des Fernsehzuschauers
Noch grösser werden die Schwierigkeiten für Fussballfans sein, die nicht nur die Schweizer Nationalmannschaft verfolgen. Wer regelmässig mitten in der Nacht Spiele anschaut, läuft Gefahr, unter einer Art Jetlag zu leiden - jenem Zeitverschiebungssyndrom, das Reisende befällt, die mit dem Flugzeug in ferne Länder fliegen.
Der Jetlag führt zu Tagesmüdigkeit, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsschwankungen, Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen und Heißhungerattacken. Wer unter Schlafmangel leidet, setzt sich zudem einem höheren Fehler- und Unfallrisiko aus. Diese Unannehmlichkeiten lassen sich vermeiden, wenn man später aufstehen und so seinen Rhythmus anpassen kann.
Besonders heikel ist die Situation für Menschen, die am nächsten Tag Auto fahren müssen, an oder mit Maschinen arbeiten und gefährliche Berufe ausüben. «Man muss sich bewusst sein, dass das Unfallrisiko steigt, wenn man nicht genug schläft», erinnert Elena Wenz.
9. Juni 2026. Quelle: Von Céline Elber, Keystone-SDA (aus dem Französischen übersetzt mit Deepl, überprüft von Pharmapro.ch). Bildnachweis: Adobe Stock/Pixabay.
