Zwei Drittel der Schwerhörigen in der Schweiz sind unbehandelt


BERN - Rund 485'000 Menschen in der Schweiz leben mit einem Hörverlust, der ihre Lebensqualität einschränkt. Laut einer Studie haben zwei Drittel von ihnen kein Hörgerät. Das verursache Kosten von 6,3 Milliarden Franken pro Jahr.

Vor allem die geringere Lebensqualität der Betroffenen verursacht einen Grossteil der Kosten, nämlich rund 4,5 Milliarden Franken, Produktionsverluste weitere 1,8 Milliarden pro Jahr. Das teilte die nicht-kommerzielle Interessengemeinschaft Hear-it AISBL mit, in deren Auftrag die Studie erstellt wurde. Die Ergebnisse sollen kommende Woche in Brüssel an einer Konferenz anlässlich des Welttags des Hörens am 3. März präsentiert werden.

Die Forschenden Bridget Shield und Mark Atherton von der Brunel Universität London werteten für die Metastudie Hunderte wissenschaftliche Studien und Artikel der letzten zwei Jahrzehnte aus. Fokus waren die Häufigkeit und die Folgen von Schwerhörigkeit, sowie die Anwendung und der Nutzen von Hörgeräten.

Als beeinträchtigende Schwerhörigkeit gilt gemäss dem Projekt "Global Burden of Disease" ein Hörverlust von mehr als 35 Dezibel. Unbehandelt erhöht dieser das Risiko zu vereinsamen, an Depressionen oder Demenz zu erkranken, schrieb Hear-it AISBL. Mit Hörgeräten oder anderen Hörlösungen normalisieren sich diese Risiken wieder auf das Risiko Normalhörender.

Durch die Alterung der Gesellschaft, die steigende Lebenserwartung und die erhöhte Lärmbelastung werde die Zahl der Menschen mit beeinträchtigtem Gehör in Zukunft noch steigen, betont die Interessensgemeinschaft. "Die Studie führt uns deutlich vor Augen, dass unbehandelte Schwerhörigkeit ein erhebliches und weit verbreitetes Gesundheitsproblem darstellt, das eine immense ökonomische und soziale Auswirkung auf unsere Gesellschaft hat", liess sich Kim Ruberg, Generalsekretär der Hear-it AISBL, zitieren.

Der Bericht zeige aber auch, dass sich eine Untersuchung des Gehörs und die Behandlung einer Schwerhörigkeit auszahlen - sowohl für den Einzelnen als auch für die Gesellschaft, so Ruberg weiter. Er weist zudem auf Möglichkeiten hin, das eigene Gehör zu testen, beispielsweise mit der "Check your hearing" App der Weltgesundheitsorganisation. Bei Verdacht auf Hörverlust sollte eine Fachperson konsultiert werden.

Quelle: SDA / Keystone - 26.02.2019, Copyrights Bilder: Adobe Stock

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