Tessiner Prämien-Initiativen werden in Etappen umgesetzt
BELLINZONA - Die vom Tessiner Stimmvolk gutgeheissenen Initiativen zur Entlastung der Prämienzahler werden in Etappen umgesetzt. Eine erste Etappe wird 2027 umgesetzt und kostet jährlich 61 Millionen Franken, wie der Tessiner Regierungsrat am Mittwoch mitteilte.
51 Millionen Franken davon übernehme der Kanton, gut 10 Millionen Franken bezahlten die Gemeinden, erklärte der Tessiner Regierungsrat am Mittwoch vor den Medien in Bellinzona.
Was den kantonalen Anteil betrifft, schlägt der Regierungsrat einen "ausgewogenen Finanzierungsplan" vor. Dieser basiert auf einer gleichmässigen Aufteilung zwischen Ausgaben und Einnahmen: Die 51 Millionen sollen zu rund 25 Millionen durch Einsparungen bei den jährlichen Ausgaben und zu rund 25 Millionen durch neue Einnahmen gedeckt werden, wie die Regierung erklärte. Die vollständige Umsetzung der beiden Initiativen ist bis Anfang 2029 vorgesehen. Eine zweite Regierungsbotschaft werde die Modalitäten festgelegen.
Die erste der beiden im vergangenen September gutgeheissenen Volksinitiativen verlangt, dass Krankenkassenprämien künftig nicht mehr als 10 Prozent des verfügbaren Einkommens eines Haushalts betragen dürfen. Die zweite sieht eine Änderung im Steuergesetz vor, um die maximal abzugsfähigen Beträge für Versicherungsprämien zu erhöhen.
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"Nachhaltige Umsetzung"
Der Tessiner Regierungsrat bemühe sich, konkrete und nachhaltige Lösungen zu finden, um die Umsetzung sowie die Finanzierung der beiden Volksinitiativen sicherzustellen, hiess es in Bellinzona. Beide zielen darauf ab, die Belastung der Tessiner Haushalte durch die Krankenkassenprämien zu reduzieren.
Konkret sollen die Berechnungsparameter der Prämienverbilligungen angepasst werden, insbesondere durch Eingriffe in die Konstanten zur Bestimmung der maximal verfügbaren Einkommen. Ziel sei es, die Höhe der Subventionen bereits ab 2027 deutlich zu steigern und die Ziele der 10 Prozent-Initiative schrittweise zu erreichen.
Dies führe für den Kanton zu jährlichen Mehrkosten von rund 38 Millionen Franken. Zwischen 7200 und 8000 Personen mehr könnten Prämienverbilligungen beziehen, erklärte der Vorsteher des Tessiner Departements für Gesundheit und Soziales, Raffaele De Rosa. Damit steige die Zahl der Begünstigten im Kanton Tessin von derzeit 115'000 auf rund 123'000.
Maximale Abzüge erhöht
Für die Umsetzung der zweiten Initiative würden ab der Steuerperiode 2027 die maximalen Abzüge um rund 20 Prozent erhöht, und zwar von 5500 auf 6500 Franken für Einzelpersonen und von 10'900 auf 13'000 Franken für Ehepaare.
Insgesamt würden rund 90'000 Steuerpflichtige davon profitieren, wie es in den Unterlagen des Regierungsrates heisst. Die geschätzten finanziellen Auswirkungen beliefen sich auf 13 Millionen Franken für den Kanton und 10,4 Millionen Franken für die Gemeinden. Total belaufen sich die Mehrkosten auf 23,4 Millionen.
Das Tessin ist seit mehreren Jahren Spitzenreiterin beim Prämienanstieg. Der Regierungsrat hatte beide Volksinitiativen zur Ablehnung empfohlen.
Quelle: von Eva Pfirter (Keystone-SDA) - 15.04.2026, Copyrights Bilder: Adobe Stock/© 2026 Pixabay
