Wie gefährlich ist der Ebola-Ausbruch?

Lebensbedrohliches Virus


KINSHASA - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen eines Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Verantwortlich ist eine seltene Virusvariante, für die es keinen Impfstoff gibt. Die Ausbreitungsgefahr für die gesamte Region gilt als hoch. Eine Übersicht:

Wie ungewöhnlich und kritisch ist der Ausbruch?

In den letzten 50 Jahren ist es in der Demokratischen Republik Kongo zu 17 Ebola-Ausbrüchen gekommen. Dabei handelte es sich laut der afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC hauptsächlich um den am häufigsten vorkommenden Zaire-Ebolavirus, für den ein Impfstoff entwickelt wurde. Erst zum dritten Mal ist laut Africa CDC nun die seltene Bundibugyo-Variante ausgebrochen. Zuvor war der Bundibugyo-Stamm 2007 erstmals in Uganda aufgetreten, dann 2012 im Kongo. Aufgrund seiner Seltenheit gibt es laut der WHO für diese Variante keinen zugelassenen Impfstoff und keine Therapie.

Allerdings hat die Bundibugyo-Variante nach Angaben des US-amerikanischen Gesundheitsinstitutes NIH eine niedrigere Sterblichkeitsrate von etwa 37 Prozent. Beim Zaire-Stamm liege diese bei bis zu 90 Prozent.


Was bedeutet der internationale Gesundheitsnotstand der WHO?

Die hohe Alarmstufe löst Mechanismen wie eine weltweite Koordination von Gegenmassnahmen und internationale Ressourcenmobilisierung aus. Die WHO stellt unter anderem rund 431'000 Euro für Sofortmassnahmen bereit. Sie beschreibt den Ausbruch als "aussergewöhnliches Ereignis" und warnt, er könnte grösser sein als bisher bekannt.

Zehn Nachbarländer des Kongo wurden bislang offiziell gewarnt. Dazu gehören Uganda und Südsudan, die direkt an die kongolesische Provinz Ituri angrenzen, von der der Ausbruch ausgeht. Es handle sich jedoch um keinen Pandemie-Alarm, stellte die WHO klar. "Der Ausbruch erfüllt nicht die Kriterien für einen Pandemie-Notfall, aber die Nachbarländer tragen ein hohes Risiko der weiteren Ausbreitung," erklärte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Müssen wir uns auch in Europa Sorgen machen?

Das Risiko für Europa ist Gesundheitsexperten zufolge derzeit gering. "Aktuell gibt es keine Anzeichen für eine Gefährdung in der Schweiz", teilte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) der Nachrichtenagentur Keystone-SDA auf Anfrage mit. Das BAG verfolge die Situation aufmerksam und stehe mit der WHO und anderen internationalen Organisationen im Austausch.

Ebola überträgt sich ausschliesslich durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten erkrankter Personen - eine unbemerkte Ausbreitung in Europa wie bei Atemwegserkrankungen ist daher unwahrscheinlich.

Trotzdem gibt es Faktoren, die eng beobachtet werden müssen. Ohne verfügbaren Impfstoff ist die Eindämmung der Bundibugyo-Variante erschwert. Der in Ugandas Hauptstadt Kampala verstorbene Patient war laut Africa CDC mit öffentlichen Verkehrsmitteln aus dem Kongo eingereist. "Der Fall zeigt, wie schnell das Virus Grenzen überqueren kann", warnte Africa CDC Direktor Jean Kaseya.

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) rät von touristischen und anderen nicht dringenden Reisen in die Demokratische Republik Kongo aufgrund der Sicherheitslage generell ab, wie das EDA auf seiner Webseite schrieb.

Quelle: Von Kristin Palitza (DPA) - via Keystone-SDA - 18.05.2026, Copyrights Bilder: Adobe Stock/© 2026 Pixabay

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