Tabakprodukte sind in der Schweiz nach wie vor weit verbreitet
BERNE - Die Verbreitung von Nikotinbeuteln, E-Zigaretten, Snus und anderen Tabakprodukten nimmt in der Schweiz rapide zu: 45 Prozent der jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 24 Jahren konsumieren diese Produkte bereits - eine Zahl, die laut der Schweizerischen Vereinigung für Tabakprävention besorgniserregend ist.
E-Zigaretten werden für viele Jugendliche mittlerweile zum wichtigsten Einstieg in den Nikotinkonsum, während der kombinierte Konsum mehrerer Produkte rasch zunimmt. Die Vereinigung für Tabakprävention (AT Schweiz) weist darauf hin, dass das Rauchen nach wie vor das grösste vermeidbare Gesundheitsrisiko in der Schweiz darstellt.
Laut einem aktuellen Bericht von Sucht Schweiz sind nicht inhalierte Produkte (Nikotinbeutel und Snus) in ihrer Verbreitung noch "marginal", zeigen aber eine gewisse Beliebtheit bei jungen Erwachsenen: Der mindestens monatliche Konsum von Nikotinbeuteln betrifft etwa 2 Prozent der 18- bis 24-Jährigen und der 15- bis 17-Jährigen. Bei den über 44-Jährigen kommt dieses Produkt so gut wie nicht vor.
Der Bericht prangert Marketingstrategien an, die speziell auf Jugendliche abzielen. Laut Sucht Schweiz entscheiden sich die meisten 15- bis 17-Jährigen, die mindestens einmal im Monat andere Produkte als herkömmliche Zigaretten konsumieren, für aromatisierte Varianten. Dabei würden sie fruchtige und süsse Geschmacksrichtungen bevorzugen.
![]() |
Ablehnung des WHO-Rahmenübereinkommens
In einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung kritisiert AT Schweiz die Weigerung des Nationalrats, das Rahmenübereinkommen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Eindämmung des Tabakkonsums zu ratifizieren.
Dieser Text enthalte wissenschaftlich fundierte Massnahmen zur Reduzierung des Tabak- und Nikotinkonsums, darunter ein Werbeverbot, Steuererhöhungen und Bestimmungen zum Schutz vor Passivrauchen sowie weitere Empfehlungen, so AT Schweiz.
Weltweit haben bereits 183 Staaten das Übereinkommen ratifiziert, und der Bundesrat hat es 2004 unterzeichnet. Das neue Tabakgesetz, das 2024 in Kraft trat, böte zudem die notwendige Rechtsgrundlage für eine Ratifizierung.
Doch die Schweiz bleibt eines der wenigen europäischen Länder, das diese Verpflichtung nicht umgesetzt hat und stattdessen ihrer eigenen Gesetzgebung den Vorzug gibt. Entgegen der Empfehlung des Bundesrats befand die Mehrheit des Nationalrats im vergangenen März, dass die Ratifizierung einem Souveränitätsverzicht zugunsten internationaler Normen gleichkomme.
Quelle: SDA / Keystone - 15.05.2026, Copyrights Bilder: Adobe Stock/© 2026 Pixabay
