Schweiz - 700 neue Coronavirus-Ansteckungen - Berset: "Schwierige Situation" (06.10.2020)


BERN - In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag 700 Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Ins Spital eingewiesen wurden neu zwölf an Covid-19 Erkrankte. Für Gesundheitsminister Alain Berset ist die Situation schwierig.

Derart hohe Fallzahlen wie am Dienstag hat es seit dem 3. April nicht mehr gegeben. Damals meldete das BAG 928 neue Ansteckungen. Seit Juni steigt die Tendenz. Ab Anfang September stiessen die Fallzahlen wieder in den 400-er-Bereich vor.

Bezogen auf die letzten 14 Tage bis Montag gab es in der Schweiz 66,6 laborbestätigte Fälle auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner. Damit ist der vom Bund festgelegte Grenzwert von 60 überschritten, ab dem die Schweiz ein Land oder eine Region als Risikogebiet bezeichnet. Insgesamt zählte das BAG in dieser Zeit 5708 neue Ansteckungen.

Wie das BAG auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte, steigen die Fallzahlen vor allem in den Ballungsräumen. In gewissen Kantonen kam es zu Cluster-Bildungen, so etwa bei hinduistischen Gebetstreffen im Kanton Bern. In verschiedenen Kantonen wie Appenzell-Ausserrhoden oder Zürich nahmen die Fälle deutlich zu.


Kein erneuter Lockdown

Bundesrat und Gesundheitsminister Alain Berset sagte vor den Medien in Zug, die Lage rund um Corona sei nicht einfach. Für die sogenannten Contact Tracer in den Kantonen sei die Zunahme bei den Neuansteckungen eine grosse Herausforderung.

Dem Bund fehle die Kompetenz für das Contact Tracing, sagte Berset. Er betonte zudem, dass sich die Situation heute anders präsentiere als noch im Frühling. Insofern erachte er es nicht als eine Option, dass der Bund die Verantwortung wieder übernehmen werde, einen erneuten Lockdown schloss er aus.

Viele Ansteckungen gebe es derzeit im privaten Umfeld. Bei Feiern im privaten Kreis gehe die Achtung vor der Krankheit etwas weg, dies sei logisch, sagte Berset. Dies gehe gegen die Bemühungen der Behörden.

Mehr Tests nötig

Im Kanton Zug hatte Berset die Firma Roche Diagnostics besucht und sich über die Entwicklung von Schnelltests informiert. Derzeit habe man eine Kapazität von bis 16'000 herkömmlichen Tests pro Tag. "Wir werden mehr brauchen in den nächsten Monaten", sagte Berset. Die Frage sei nun, wie man Schnelltests in die Teststrategie integrieren könne.

Insgesamt gab es seit Beginn der Pandemie 56'632 laborbestätigte Fälle. 4941 Personen mussten seither wegen einer Covid-19-Erkrankung im Spital behandelt werden. Damit stieg ihre Zahl seit Montag um zwölf. Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung meldete das BAG am Dienstag nicht. Die Zahl verharrte auf 1787.

Stark steigende Positivitätsrate

In der Schweiz und in Liechtenstein wurden bisher 1'424'477 Tests auf Sars-CoV-2 durchgeführt, den Erreger der Atemwegserkrankung Covid-19. Gegenüber Montag wurden dem BAG 7217 neue Tests gemeldet. Bei 4,7 Prozent aller Tests fiel das Resultat über die vergangenen Monate gesehen positiv aus. Für die vergangenen zwei Wochen betrug die Positivitätsrate 4,9 Prozent. Für die vergangenen sieben Tage stieg sie indessen auf hohe 6,2 Prozent.

Aufgrund der Kontakt-Rückverfolgung waren am Dienstag nach Angaben des BAG 2958 Personen in Isolation und 7006 Menschen standen unter Quarantäne. Zusätzlich sassen 12'189 Heimkehrerinnen und Heimkehrer aus Risikoländern in Quarantäne.

Quelle: SDA / Keystone - 06.10.2020, Copyrights Bilder: Adobe Stock/© 2020 Pixabay

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