Schweiz - Immer mehr Covid-Patienten auf Intensivstation - Lage angespannt


BERN / WASHINGTON - Immer mehr Covid-Patienten liegen auf Schweizer Intensivstationen. Die Lage in den Spitälern bleibt angespannt, wie Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle im Bundesamt für Gesundheit (BAG), am Dienstag vor den Medien in Bern sagte. Sie sprach von einer "sehr unsicheren Lage".

Zwar stabilisierten sich die Fallzahlen seit zwei Wochen. Die Auslastung der Intensivpflegeplätze nehme aber weiter zu. Auch die Zahl der Todesfälle steige, sagte Masserey.

Sie richtete erneut einen Appell an die Bevölkerung, dass sich möglichst viele impfen lassen. Seit Monaten sei das Gesundheitspersonal überlastet, Patienten und Spitalpersonal müssten verlegt werden.

Laut dem Bund nimmt die Nachfrage nach Impfungen zwar zu. Es brauche aber einen weiteren Effort. Masserey zählte die Vorteile einer Impfung auf. "Für Nichtgeimpfte sind schwere Verläufe wahrscheinlicher - auch ohne Vorerkrankungen", sagte sie. Die Hälfte der Hospitalisierten sei vor der Covid-Erkrankung gesund gewesen. Solche Spitaleintritte seien vermeidbar.

Vierte Welle erreicht erstes Plateau

"Wir sind in der vierten Pandemie-Welle", sagte Linda Nartey, Vizepräsidentin der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte. Es scheine aber, dass ein erstes Plateau erreicht sei.

In gewissen Kantonen würden die Fallzahlen leicht zurückgehen, erklärte die Berner Kantonsärztin vor den Medien in Bern. "Wir sollten jedoch den Respekt vor Corona nicht verlieren." Mit dem Herbst und der Grippesaison würden die Ansteckungen erfahrungsgemäss wieder zunehmen.

In den Spitälern könnten nicht einfach neue Intensivplätze geschaffen werden, weil das Personal fehle. Es sei deshalb jetzt der richtige Zeitpunkt, sich impfen zu lassen.

Bündner Skigebiet verlangt Zertifikat

Neue Massstäbe setzte bereits ein kleines Bündner Skigebiet: Die Fideriser Heuberge beschlossen als erstes Bündner und wohl auch als erstes Schweizer Skigebiet eine Covid-Zertifikatspflicht für die kommende Wintersaison. Die Zertifikate werden für alle Aktivitäten und Betriebe im gesamten Skigebiet verlangt.

In der Schweiz und in Liechtenstein wurden dem Bundesamt für Gesundheit am Dienstag innerhalb von 24 Stunden 2702 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet. Gleichzeitig registrierte das BAG 11 neue Todesfälle und 79 Spitaleintritte.

Auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner wurden in den vergangenen zwei Wochen 392,6 laborbestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet. Die Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele Personen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt, lag vor rund zehn Tagen bei 1,07.

Die Auslastung der Intensivstationen in den Spitälern beträgt 75,80 Prozent. 32,00 Prozent der verfügbaren Betten werden von Covid-19-Patienten besetzt. Vollständig geimpft sind unterdessen 51,66 Prozent der Bevölkerung. Im Vergleich zur Vorwoche stieg das Impf-Tempo um 8 Prozent.

USA warnen vor Reisen in die Schweiz

Aus US-amerikanischer Sicht ist die Schweiz ein Hochrisiko-Land. Dementsprechend warnten die Behörden vor Reisen hierher. Der Grund sind die Corona-Fallzahlen. Veröffentlicht wurde die Warnung am Montag auf der Webseite des Aussenministeriums und der US-Seuchenschutzbehörde CDC.

Die Schweiz, aber auch Aserbaidschan und Estland wurden aufgrund der Ansteckungszahlen auf "Stufe vier: sehr hoch" herauf gestuft. Das bedeutet, dass Reisen in die Schweiz vermieden werden sollten.

Quelle: SDA / Keystone - 31.08.2021, Copyrights Bilder: Adobe Stock/© 2021 Pixabay

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