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Zur Rose schreibt wegen hoher Expansionskosten Halbjahresverlust

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ZÜRICH - Die grösste Versandapotheke Europas, Zur Rose, ist im ersten Semester kräftig gewachsen. Die Expansionsstrategie hat aber ihren Preis. Hohe Kosten für Marketing und Personal sowie für den Börsengang im Juli drückten das Unternehmen in die roten Zahlen.

Operativ fiel ein Verlust vor Abschreibungen und Amortisation (EBITDA) von 11,6 Mio. Fr. an nach einem Gewinn von 7,8 Mio. Fr. vor einem Jahr. Unter dem Strich klaffte ein Verlust von 18,1 Mio. Franken, nachdem das Ostschweizer Unternehmen in der Vorjahresperiode mit 0,15 Mio. Fr. noch knapp schwarze Zahlen geschrieben hatte.

Die für das Wachstum nötigen Marketing- und Personalaufwendungen hätten das Ergebnis mit rund 14 Mio. Fr. belastet, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Weiter betrugen die Kosten für den Börsengang am 6. Juli 5,3 Mio. Franken.

Den Verlust habe man bewusst in Kauf genommen, erklärte Finanzchef Marcel Ziwica am Mittwoch vor Medien und Analysten in Zürich: "Unser operatives Geschäft ist profitabel. Wir entscheiden bewusst, wie viel Geld wir für die Expansion ausgeben und situativ, ob wir damit ein negatives Ergebnis in Kauf nehmen".

Deutschland als Wachstumsmotor

Vor allem in Deutschland hat Zur Rose Gas gegeben. Der Umsatz wuchs dort um knapp 15 Prozent. Gerade das Versandgeschäft mit rezeptfreien Medikamenten schoss um 43 Prozent nach oben. Auch der Versand von rezeptpflichtigen Arzneien sei um gut 6 Prozent gewachsen.

In der Schweiz entwickelten sich die Geschäfte stabil. Hier erhöhte sich der Umsatz nur leicht um 2 Prozent auf 238,3 Millionen Franken. Während die Belieferung von Ärzten zulegte, trat Zur Rose im Spezialitätengeschäft auf die Bremse, wo es zu wenig profitables Geschäft aufgab.

Alles in allem erzielte Zur Rose von Januar bis Juni einen Umsatz von beinahe 466 Millionen Franken. Das sind 7,2 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode. Das Wachstum habe sich im zweiten Quartal beschleunigt, hiess es.

Expansion beschleunigen

Mit einem Teil des Erlöses von 233 Mio. Fr. aus dem Börsengang will die Gruppe den eingeschlagenen Wachstumskurs forcieren. Gemäss früheren Angaben plant Zur Rose in Deutschland 50 bis 60 Mio. Fr. zu investieren, um die Marktposition weiter auszubauen.

Mit der Übernahme des deutschen Konkurrenten DocMorris 2012 ist Zur Rose zum Marktführer im Onlinehandel in Deutschland geworden. Mit einer bereits eingefädelten weiteren Übernahme einer Versandapotheke und einer verstärkten Werbekampagne soll diese Position ausgebaut werden. Namen wollte Firmenchef Walter Oberhänsli keinen nennen. Zudem steht auf dem Programm, dass weitere Länder erschlossen werden sollen.

In der Schweiz will Zur Rose das Geschäft ebenfalls beschleunigen. So konnte die Versandapotheke eine Kooperation mit Medbase, dem grössten hiesigen Dienstleister in der ambulanten Grundversorgung abschliessen. Ab dem laufenden Jahr werden die einzelnen Medbase-Zentren, die zur Migros gehören, schrittweise ihre Medikamente über Zur Rose beziehen.

Gewinnschwelle 2018

Zudem läuft ein Pilotversuch mit einer Apotheke in der Migros-Filiale in der Berner Marktgasse. Dieser sei bisher ein voller Erfolg, es sei aber noch zu früh für eine endgültige Bilanz, sagte Oberhänsli. Sollte sich die Pilotphase als Erfolg erweisen, wolle man weitere Apotheken in Migros-Filialen eröffnen.

Für das Gesamtjahr 2017 rechnet Finanzchef Ziwica mit einem Umsatzwachstum aus eigener Kraft von rund 10 Prozent und einem Betriebsverlust (EBITDA) von 4 bis 6 Mio. Fr. ohne Sonderkosten. Im nächsten Jahr soll die Gruppe die Gewinnschwelle erreichen.


Quelle: SDA - 23.08.2017, Copyrights Bilder: Fotolia.com







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