Ansteigende Fallzahlen der Legionärskrankheit in der Schweiz


BERN - Seit 2001 steigen in der Schweiz die Fallzahlen der Legionärskrankheit an. Besonders betroffen sind ältere Männer, wie aus einem Ende Januar veröffentlichten Lagebericht des Bundesamtes für Gesundheit hervorgeht.

Das Kantonale Laboratorium Basel-Stadt hat bei Kontrollen öffentlicher Duschen im Jahr 2025 massive Belastungen durch Legionellen festgestellt. In einem Alters- und Pflegeheim seien mehrere Bewohnerinnen und Bewohner sowie eine Mitarbeiterin erkrankt, teilte das Laboratorium am Freitag mit.

Bei der Untersuchung sei die gefährliche Art des Bakteriums, Legionella pneumophila, die eine Lungenentzündung zur Folge haben kann, nachgewiesen worden.

Seit 1998 besteht eine Meldepflicht für positive laboranalytische Befunde von Legionellen. In seinem Lagebericht zur Legionärskrankheit stellt das Bundesamt für Gesundheit seit 2001 einen Anstieg der gemeldeten Krankheitsfälle fest. Das Bulletin wurde Ende Januar veröffentlicht und beinhaltet die Zahlen bis 2023.

Seit dem Corona-Jahr 2020 ist die Anzahl der gemeldeten, zumeist schweren Fälle auf 574 im Jahr 2023 angestiegen - mit einer Spitze von 603 Fällen im Jahr 2022. Das entspricht gemäss Bericht einer Rate von 6,5 Erkrankungen pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner im Jahr 2023.


Grosse regionale Unterschiede

Dabei wurden grosse regionale Unterschiede festgestellt. Im Tessin betrug 2023 die Rate 19,7 Fälle pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner, gefolgt vom Kanton Glarus mit 15,6 Fällen, während die Rate im aktuell untersuchten Kanton Basel-Stadt mit 5,2 Fällen unter dem Durchschnitt lag.

Auffällige Unterschiede gab es auch im demographischen Vergleich. So waren gut doppelt so viele Männer betroffen wie Frauen. Zudem war die Hälfte der von einer Legionärskrankheit betroffenen Personen älter als 67 Jahre. Die höchste Melderate mit 26,7 Fällen pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner fand sich gemäss Bericht bei Personen in einem Alter von über 80 Jahren.

Beim versuchten Nachvollzug des Ansteckungsortes kommt der Bericht zum Schluss, dass die allermeisten, nämlich über 74 Prozent der Infektionen, im Alltag erworben wurden. Als Ansteckungsquellen kämen unter anderem die Dusche, Luftbefeuchter oder Blumenerde in Frage. Der Ansteckungsort Altersheim spielt mit 4,3 Prozent eine wesentlich kleinere Rolle.

Herausforderung Klimawandel

In seiner Legionellenforschung kam ein Forschungsteam der Eidgenössischen Wasserforschungsanstalt Eawag zum Schluss, dass der Klimawandel zukünftig eine entscheidende Rolle bei der Verbreitung von Legionellen spielen werde, wie in einem Bericht von Sommer 2025 nachzulesen ist. Legionellen würden bei wärmeren Temperaturen schneller anwachsen.

Gleichzeitig würden indirekt auch neue Risiken entstehen. Denn während man der Hitze mit Klimaanlagen entgegenzuwirken versuche, könne das Gerät selbst ein ideales Zuhause für die Bakterien sein. Auch Versuche, Energie einzusparen, könnten sich negativ auswirken. Werden die Temperaturen beim Duschen oder beim Geschirrabwasch gesenkt, um Energie zu sparen, böten die Sanitärleitungen ideale Bedingungen für Legionellen, heisst es.

Wie kommt es zur Legionärskrankheit?

Legionellen sind Bakterien, die in wässrigen und feuchten Umgebungen vorkommen. Sie vermehren sich besonders gut bei Temperaturen zwischen 25 und 45 Grad Celsius. Sie finden sich sowohl in der natürlichen Umwelt als auch in von Menschen geschaffenen Systemen wie zum Beispiel in Wasserleitungen, Whirlpools oder lüftungstechnischen Anlagen und Kühltürmen.

Die Ansteckung erfolgt durch das Einatmen von fein zerstäubtem Wasser, sogenannten Aerosolen, die Legionellen enthalten. Keine Gefahr besteht beim Schlucken von kontaminiertem Wasser, da die im Magen befindliche Magensäure die Legionellen abtötet.

Quelle: SDA / Keystone - 21.02.2026, Copyrights Bilder: Adobe Stock/© 2026 Pixabay

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