Apotheker/in

Offizinapotheker/in in der Schweiz

Bemerkung: Um die Lektüre zu vereinfachen, verwenden wir nur den Begriff Apotheker. Natürlich bedeutet Apotheker immer auch Apothekerin.

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Allgemeines

Der Beruf des Offizinapothekers ist ein spannender Beruf, da er pluridisziplinär ist. Er umfasst medizinische, chemische, soziale und ökonomische Kenntnisse. Menschen, die diesen Beruf ausüben möchten, müssen den Sozialkontakt mögen, Verantwortung übernehmen und sich ständig weiterbilden wollen. Es gibt viele Möglichkeiten, nach dem Studium die Kenntnisse in verschiedenen Gebieten weiter zu vertiefen: Apotheke, Komplementärmedizin (wie die Aromatherapie, Homöopathie,…), Personalwesen, usw.

Der Apotheker ist ein wichtiger Mitspieler im Gesundheitswesen: In der Offizin führt er verschiedene Aufgaben aus:

Die Pharmazeutische Triage. Die Apotheke ist 6 Tage, manchmal sogar 7 Tage die Woche geöffnet. Dies erlaubt der Bevölkerung, in der Apotheke eine erste Beratung zu ihrer Gesundheit zu erhalten. Der Apotheker kann nach der Beurteilung der Situation, ein entsprechendes Medikament abgeben oder den Patienten an einen anderen Partner des Gesundheitswesen weiterleiten: Arzt, Spital, Physiotherapeuth, Osteopath.

Die Ausstellung eines vom Arzt verschriebenen Medikamentes. Durch den Erhalt eines Patientendossiers, kann der sich von mehreren Ärzten behandelnden Patient beruhigt sein, dass der Apotheker über die Kompatibilität seiner Medikamente wacht. Der Apotheker kann die verschiedenen Medikamente selber aushändigen oder die durch die Pharmaassistentinnen bereitgestellten Medikamente überprüfen. Der Apotheker kontrolliert die Richtigkeit der Stärke und der Dosierung und ob der Patient die Einnahme richtig verstanden hat. Die korrekte Einnahme der Medikamente, hilft Krankheiten zu behandeln, zu lindern oder ihnen vorzubeugen und verhindert grosse Verschwendungen. Dies hilft die Gesundheitskosten zu senken.

Die Herstellung von Magistralrezepturen. Der Apotheker stellt auf Basis einer ärztlichen Verordnung Crèmes, Salben, Lotionen, Kapseln, Sirupe, Zäpfchen, Ovules,… her. Wenn es sein Labor zulässt, kann er ebenfalls sterile Zubereitungen wie Injektionslösungen, Augentropfen und anderes herstellen. Die Arbeit im Labor fordert eine grosse Genauigkeit und Sauberkeit in der Ausführung der Aufgabe. Man arbeitet gemäss der Guten Herstellungspraxis, die die Qualität des Endproduktes garantiert. Der Apotheker muss natürlich die Gleichförmigkeit der Ausgangsstoffe (Pulver, Flüssigkeiten,…) prüfen, die er für die Herstellung der Magistralrezepturen braucht. Mit Labortests muss er ihre Identität und Qualität prüfen.

Die Bereitstellung von Wochendosetts. Diese pharmazeutische Dienstleistung ist grundlegend, um die richtige Einnahme der Medikamente zu garantieren. Das Ziel ist es, die Behandlungen zu verbessern und Verschwendungen zu vermindern. Die Wochendosetts werden oft für ältere Personen oder für sozialmedizinische Institutionen (sofern die Apotheke mit diesen Institutionen eine Partnerschaft führt) bereitgestellt.

Die Abgabe von Substitutionsprodukten für drogenabhängige Personen und ihre Nachbetreuung. Der Apotheker gibt Patienten, die aus ihrer Drogenabhängigkeit raus wollen, Methadonsirup. Dieser Sirup wird in der Apotheke hergestellt und nach einem vom Arzt verordneten Schema abgegeben.

Die Ausbildung des Personals. Der Apotheker betreut und bildet das Personal weiter, das aus Pharma-Assistentinnen, Lehrlingen und Praktikanten besteht.

Die Verrechnung an die Krankenkasse. Die Medikamente werden dem Patienten abgegeben, aber von ihm nicht sofort bezahlt. Die Rechnung wird direkt zu Handen der Krankenkasse gestellt, sofern der Patient mit seinem Vertrag im Modus tiers payant versichert ist. Diese Fakturierung wird oft durch die Pharmaassistentinnen vorgenommen. Die Kontrolle obliegt jedoch dem verantwortlichen Apotheker.

Die Leitung der Apotheke. Dies beinhaltet die Leitung des Geschäftes und des Labors, was unter Einhaltung diverser Sicherheitsbestimmungen gemacht werden muss. Auch die administrative Führung des Geschäftes ist Teil der Arbeit: Gesetze, Elektrizität, Löhne, usw.

Fähigkeiten und Qualitäten
Um die Ausbildung zum Apotheker zu absolvieren und sich in diesem Beruf zu entwickeln, muss man verschiedene Fähigkeiten und Qualitäten mitbringen:
- Sich gerne fortlaufend weiterbilden (erinnern wir uns, dass es sich um einen universitären Beruf handelt)
- Mit Genauigkeit arbeiten
- Den menschlichen Kontakt mögen
- Freude an der Übernahme von Verantwortung haben
- Gerne die Führung eines Betriebes übernehmen (Personalführung, ökonomische Aspekte)

Ausbildung

Um den Titel als Offizinapotheker zu erhalten, muss man einem akademischen Weg folgen. Demzufolge kann man sich nach der Maturität in einer schweizerischen Universität anmelden, die diesen Studiengang anbietet.

In der Schweiz bieten nur die Universitäten in Basel, Genf und der ETH Zürich die vollständige Ausbildung an. Man braucht 6 Semester für den Bachelor und nochmals 4 Semester für den Master, wovon 1 Jahr Praktikum in einer Apotheke oder Spital inbegriffen ist.

Die Studierenden können bei Bedarf den ersten Teil des Studiums in Lausanne, Neuchâtel, Freiburg oder Bern absolvieren.

Mit dem Bachelor Studium, werden sich die Studierenden folgende Kenntnisse aneignen:
- Grundlegende Wissenschaften wie Biologie, Chemie, Botanik, Mathematik, Physik, Informatik
- Grundlegende medizinische Wissenschaften wie Anatomie, Mikrobiologie, Biochemie
- Pharmazeutische Wissenschaften wie Biopharmazie, Galenik, Pharmakologie, Pharmaceutical Care, Phytochemie

Im 3. Studienjahr des Bachelors, werden die Studierenden in die Welt der Medikamente eingeführt: Von der Synthese der Wirkstoffe bis zur Analyse des Endproduktes.

Beim Masterstudium können die Studierenden ihre Kenntnisse durch ein Praktikum in einer Apotheke oder im Spital, durch eine Masterarbeit und durch das Besuchen von weiterführenden Kursen in folgenden Gebieten vertiefen: Pharmazeutische Betreuung, Gesundheit der Bevölkerung (Public Health), Pharmazeutische Triage, Pharmazeutische Herstellung, Rezeptvalidierung u.a.

Am Ende dieser zwei Jahre des Masters muss der Student eine Prüfung ablegen, um den Titel Master der Pharmazie zu erhalten. Danach muss er noch die eidgenössische Prüfung bestehen. Nur wer diese eidgenössische Prüfung besteht, kann in den schweizerischen Offizinen arbeiten.

Postgraduale Fortbildungen

Die kantonalen Vereinigungen und auch die Dachorganisation Pharmasuisse, bieten viele verschiedene Fortbildungen an.

Pharmasuisse bietet insbesondere die Fortbildung FPH für Offizinpharmazie an, die die Apotheker spezialisiert. Es werden verschiedene Gebiete, die diesen Beruf betreffen, perfektioniert: Gesundheitsentwicklung, Wirtschaftlichkeit der Behandlung, Personalführung, Finanzverwaltung, usw. Diese Fortbildung kann in 3-4 Jahren berufsbegleitend absolviert werden.

Andere Organisationen bieten interessante Fortbildungen an, die die Alternativmedizin betreffen: Phytotherapie, Aromatherapie oder die ätherischen Öle.

Vorteile des Berufes

Der Beruf des Apothekers bringt mehrere Vorteile mit sich:

Flexible Arbeitspensen: Mehr als 40% der Apotheker arbeiten Teilzeit (zwischen 20 und 90%). Dies ist ein grosser Vorteil, wenn man das Familienleben und die Arbeit verbinden will, insbesondere für Frauen.

  • Apotheker sind sehr gesucht: Dieser Beruf kennt seit vielen Jahren keine Arbeitslosigkeit, da es wenig Apotheker auf dem Markt gibt; das regiert das Gesetz von Angebot und Nachfrage.

Ein bevorzugter Kontakt mit den Patienten: Diese vertrauen dem Apotheker. Die soziale Seite dieses Berufes ist wesentlich.

Die Möglichkeit, seine eigene Apotheke zu eröffnen (unabhängige, selbständige Tätigkeit).

Ein grosser Vorteil dieser Ausbildung ist es, dass der Apotheker mit einem Mastertitel viele verschiedene Berufsaussichten hat: Öffentliche Apotheke, Industrie (Forschung, Produktion, Verkauf und Marketing), Doktorat (Forschungsarbeit), Spital (auch hier gibt es spezifische Weiterbildungen) oder in der Administration und Verwaltung (Kantonsapotheker, Arbeit bei den öffentlichen Gesundheitsämtern, Swissmedic).

Nachteile des Berufes

Obwohl die Arbeitszeiten der Apotheker oft flexibel sind, sind sie an die Öffnungszeiten der Apotheke gebunden. Diese können von 07.30 bis 20.00 Uhr an 6-7 Tagen (manchmal sogar sonntags; betrifft Apotheken, die sich z.B. in Bahnhöfen befinden) geöffnet sein.

Der Notfalldienst kann ein gewisser Nachteil sein, da dieser an den Abenden, in den Nächten, sowie an Sonn- und Feiertagen gewährleistet sein muss. Allerdings wird dieser Dienst unter den verschiedenen Apotheken der Region aufgeteilt, vor allem in den grösseren, städtischen Gebieten. Je nach Region bestehen für die Patienten auch 24h-Notfallapotheken, die jeden Tag geöffnet haben und so den Notfalldienst abnehmen. Die Patienten haben so immer am gleichen Ort eine regulär geöffnete Apotheke.

Die administrative Belastung ist manchmal gross (Buchhaltung, Post, Administration, Führung eines KMUs). Oft lässt sich der Apotheker von einer Pharma-Assistentin unterstützen, die eine Weiterbildung in Administration (Pharma-Betriebsassistentin) absolviert hat.


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Nützliche Adressen

Hochschulen

Universität Basel
Petersplatz 1
4003 Basel
www.unibas.ch


ETH Zürich
Rämistrasse 101
8006 Zürich
www.ethz.ch

Universität Bern
Departement für Chemie und Biochemie
Freiestrasse 3
3012 Bern
www.unibe.ch

Universität Genf
Faculté des sciences pharmaceutiques
Ecole de pharmacie
1205 Genève
http://epgl.unige.ch/pharm/fr

Universität Lausanne
Faculté de biologie et de médecine, Ecole de biologie 
Biophore
1015 Lausanne
www.unil.ch/fbm

Universität Freiburg
Faculté des sciences
Ch. du Musée 8
1700 Fribourg
www.unifr.ch/science

Universität Neuenburg
Faculté des sciences 
Secrétariat Rue Emile-Argand 11
2000 Neuchâtel
www2.unine.ch/sciences

PharmaSuisse
Schweizerischer Apothekerverband
Stationsstrasse 12
Postfach
3097 Liebefeld
Tel. 031 978 58 58
www.pharmasuisse.org

Schweizerischer Verein der Amts- und Spitalapotheker (GSASA)
3000 Bern
Tel. 0848 04 7272
www.gsasa.ch


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