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Schwach dosiertes Aspirin kann manchmal bei älteren Menschen gefährlich sein (Empfehlungen)

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NEW ORLEANS - Die Einnahme von Aspirin in geringen Dosen (75 bis 100 mg) zur Vorbeugung von Herzinfarkt oder Schlaganfall wird für die Mehrheit der Erwachsenen, insbesondere für ältere Menschen (über 70 Jahre) ohne kardiovaskuläres Risiko, nicht mehr empfohlen. Dies geht aus den neuen amerikanischen Richtlinien hervor, die im März 2019 auf einer medizinischen Konferenz in New Orleans, Louisiana, veröffentlicht wurden. Der Wirkstoff von Aspirin ist Acetylsalicylsäure, es gibt derzeit Generika von Aspirin. Diese Empfehlungen gelten für die so genannte Primärprävention, d.h. Menschen, die noch nie einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hatten.

Negative Studien

Jahrelang waren Ärzte angehalten, einem grossen Anteil der Bevölkerung, insbesondere älteren Menschen, Aspirin in niedrigen Dosen verschreiben. Aber neue Studien haben gezeigt, dass Risiken wie Blutungen oft den Nutzen übersteigen, insbesondere bei älteren Menschen. In der Tat ergab eine grosse klinische Studie, die im Oktober 2018 im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde, dass eine niedrige tägliche Dosis Aspirin keinen Einfluss auf die Lebenserwartung bei gesunden älteren Menschen hat. Sie wies darauf hin, dass Aspirin mit schweren Blutungen in Verbindung gebracht werden könnte, wie in der amerikanischen Zeitschrift USA Today zusammengefasst wird. Zwei amerikanische Referenzverbände, das American College of Cardiology und die American Heart Association, haben ihre Empfehlungen zur Verschreibung von niedrig dosiertem Aspirin geändert. Diese wurden am 17. März 2019 in der wissenschaftlichen Zeitschrift Journal of the American College of Cardiology (DOI: 10.1016/d.jacc.2019.03.010) veröffentlicht.

Lebensstil und Blutdruck

Der Kardiologe an der John Hopkins University, Dr. Roger Blumenthal, der an der Ausarbeitung dieser Empfehlungen beteiligt war, erklärt in einer Pressemitteilung: «Ärzte sollten bei der Verschreibung von Aspirin an Menschen, die keine Herz-Kreislauf-Erkrankungen kennen, sehr selektiv sein.» Der Arzt fährt fort: «Die Optimierung der Lebensgewohnheiten und die Kontrolle von Blutdruck und Cholesterin sind viel wichtiger als die Empfehlung von Aspirin. Die Verschreibung von Aspirin sollte auf Patienten mit besonders hohem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und sehr geringem Blutungsrisiko beschränkt werden».

Sekundäre Prävention

Niedrig dosiertes Aspirin kann jedoch in einigen Fällen weiterhin von Ärzten verschrieben werden, auf der Grundlage dieser Empfehlungen von 2019, insbesondere bei Erwachsenen im Alter von 40 bis 70 Jahren mit hohem kardiovaskulären Risiko, aber ohne Blutungsrisiko. Aspirin wird weiterhin für Menschen empfohlen, die einen früheren Myokardinfarkt oder Schlaganfall hatten. Man spricht in diesem Fall von «sekundärer Prävention». Studien haben gezeigt, dass Aspirin im letzteren Fall das Risiko von späteren Infarkten/Schlaganfällen reduziert.

18. März 2019. Von Xavier Gruffat (Apotheker). Quellen: Pressemitteilung (https://www.acc.org/latest-in-cardiology/articles/2019/03/08/15/32/sun-2pm-acc-aha-release-first-guideline-primary-prevention-cvd-gl-prevention), USA Today, The Wall Street Journal. Studienverweis: Zeitschrift des American College of Cardiology (DOI : 10.1016/j.jacc.2019.03.010). Bildnachweis: Adobe Stock







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